Wenn heute die Wahl zum MVP wäre

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Ein Kommentar von @daneskozz

Nach 11 Spieltagen ist rund ein Drittel der regulären MLS-Saison absolviert – ein guter Zeitpunkt, um einen ersten Blick auf potenzielle MVP-Kandidaten zu werfen. Fünf Spieler haben sich bisher besonders hervorgetan und könnten, Stand jetzt, ernsthafte Anwärter auf die prestigeträchtige Auszeichnung sein.

Playoffs als Voraussetzung – kein MVP ohne Erfolg

Trotz starker individueller Leistungen, etwa von Cristian Espinoza und Cristian Arango bei den San Jose Earthquakes, zählt am Ende auch der Teamerfolg. Aktuell rangieren die Earthquakes nur auf Platz 10 in der Western Conference – außerhalb der Playoff-Ränge. So lange sich das Team nicht stabilisiert und in die obere Tabellenhälfte vorarbeitet, wird es für Einzelspieler schwer, in der MVP-Diskussion wirklich ernst genommen zu werden.

In den folgenden Abschnitten werfen wir daher einen genaueren Blick auf fünf Akteure, die nicht nur individuell glänzen, sondern auch maßgeblich zum Erfolg ihrer Teams beitragen.

Meine 5 Kandidaten

Nun kommen wir zu fünf Spielern, die meiner Meinung nach zum jetzigen Stand realistische Chancen auf den MVP-Titel haben. Die Reihenfolge der Vorstellung stellt dabei keine Rangliste dar, sondern ist zufällig gewählt.

1. Tai Baribo (Philadelphia Union)

Bereits in der Saison 2024 bewies Tai Baribo seine Torgefahr eindrucksvoll, als er in 27 Spielen 16 Tore erzielte und damit 26 % der insgesamt 61 Treffer der Union markierte. Zusätzlich gelangen ihm 2 Vorlagen. Durchschnittlich benötigte er lediglich 126 Minuten pro Tor. Trotz seiner starken Leistungen verpasste Philadelphia am Ende der Saison die Playoffs, was zur Trennung von Trainer Jim Curtin führte.

In der laufenden Saison knüpft Baribo nahtlos an seine Leistungen an. Er stand in 10 der 11 bisherigen Partien auf dem Platz und erzielte in insgesamt 780 Minuten 7 Tore – ein Schnitt von etwa 111 Minuten pro Treffer. Damit führt er aktuell gemeinsam mit zwei weiteren Spielern die Torschützenliste an und ist für beeindruckende 33 % aller Tore seines Teams verantwortlich. Laut xG-Wert (4,91) performt er aktuell leicht über dem Erwartungswert.

Seine Heatmap liefert weitere Einblicke in sein Spiel: Baribo agiert nicht ausschließlich als klassischer Strafraumstürmer. Vielmehr verteilt sich sein Aktionsradius über das gesamte vordere Drittel, mit besonderer Aktivität im rechten Halbraum sowie rund um den Elfmeterpunkt.

Zudem lässt er sich regelmäßig ins Mittelfeld zurückfallen, beteiligt sich am Spielaufbau und zeigt sich auf den Flügeln – insbesondere auf der rechten Seite – präsent. Diese Bewegungsmuster sprechen für seine taktische Flexibilität und hohe Laufbereitschaft.

Trotz dieser weiträumigen Aktivität bleibt er im Strafraum besonders gefährlich: Alle seine bisherigen 7 Saisontore erzielte er innerhalb des Sechzehners – zwei per Kopf, vier mit dem rechten Fuß und eines mit dem linken. Seine Stärken liegen in effizienter Chancenverwertung, gutem Timing und klugen Laufwegen.

Fazit: Tai Baribo ist mehr als nur ein Vollstrecker. Er kombiniert Abschlussstärke mit Spielintelligenz, taktischer Variabilität und hoher Arbeitsrate – ein moderner Stürmer, der das Offensivspiel seiner Mannschaft maßgeblich prägt.

2. Hirving Lozano (San Diego FC)

Hirving Lozano kam zur aktuellen Saison von PSV zu San Diego FC und agiert – wie erwartet – als Linksaußen. Trotz einer kurzen verletzungsbedingten Pause von drei Spielen zeigte er insbesondere in den letzten Partien seine Klasse.

In bislang 8 MLS-Spielen stand Lozano siebenmal in der Startelf und war in sechs dieser Spiele direkt an mindestens einem Treffer beteiligt. Besonders beeindruckend war seine Leistung gegen den FC Dallas, als er zwei Tore erzielte und einen Assist beisteuerte. Insgesamt kommt er auf vier Tore (davon zwei per Elfmeter) und vier Vorlagen – ein Scorerpunkt alle 68 Minuten. Damit war er an 38 % der bisher 21 Tore seines Teams direkt beteiligt.

Die Heatmap von Lozano unterstreicht seine Bedeutung für das Team. Seine Bewegungen konzentrieren sich stark auf die linke offensive Außenbahn sowie den Halbraum. Besonders aktiv ist er rund um den gegnerischen Strafraum, von wo aus er häufig gefährlich nach innen zieht, eigene Abschlüsse sucht oder präzise Hereingaben liefert.

Lozano überzeugt mit Tempo, Dribbelstärke und ständiger Präsenz. Seine Laufwege hinter die Abwehr und seine Fähigkeit, Druck auf die gegnerische Defensive auszuüben, machen ihn zu einer konstanten Bedrohung. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Spielübersicht und Abschlussstärke macht ihn zu einem der wichtigsten Offensivspieler von San Diego FC.

Auch seine Spielbewertungen belegen seine Konstanz: Abgesehen von seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen St. Louis und einem durchwachsenen Comeback gegen LAFC, lag seine Bewertung in allen anderen Partien über 7,2 – mit einem starken Durchschnittswert von 7,51.

Fazit: Hirving Lozano ist mit seiner Dynamik, Vielseitigkeit und Effizienz ein zentraler Baustein im Offensivspiel von San Diego FC – und ein ernstzunehmender Kandidat für den MVP-Titel.

3. Evander da Silva Ferreira (FC Cincinnati)

Bereits bei den Portland Timbers zeigte Evander seine Klasse deutlich. Umso erfreulicher ist es, ihn nun im Trikot des FC Cincinnati zu sehen. Für einen zweistelligen Millionenbetrag wechselte er nach Ohio. Aufgrund einer leichten Knieverletzung verpasste er zwei Spiele, wodurch er bislang in der MLS auf 9 Einsätze und international im CONCACAF Champions Cup auf 4 Spiele kam. International erzielte er 2 Tore und bereitete eines vor. In der MLS stehen aktuell 6 Tore und eine Vorlage zu Buche, wobei besonders seine 4 Treffer außerhalb des Strafraums hervorstechen – zwei davon erzielte er per Freistoß. Durchschnittlich trifft Evander alle 120 Minuten. Sollte er diesen Schnitt halten, käme er am Saisonende auf etwa 23 Tore und einige Vorlagen. Zum Vergleich: In der letzten Saison erzielte er 15 Tore und lieferte 18 Vorlagen. Ich erwarte, dass er auch weiterhin mehr Tore als Vorlagen erzielen wird und definitiv zu den MVP-Kandidaten zählen dürfte.

Die Heatmap von Evander zeigt deutlich, warum er für den FC Cincinnati in der aktuellen MLS- Saison so wichtig ist. In den bisher neun absolvierten Spielen gelangen ihm sechs Tore und eine Vorlage – beeindruckende Werte für einen offensiven Mittelfeldspieler.

Betrachtet man die Heatmap genauer, fällt sofort auf, dass Evander überwiegend im zentralen Mittelfeldbereich aktiv ist. Sein Aktionsradius erstreckt sich von etwas tieferen Positionen bis hin zur Zone hinter den Spitzen, wobei der Bereich direkt vor dem gegnerischen Strafraum besonders intensiv genutzt wird. Gerade hier wird seine Torgefahr sichtbar: Evander positioniert sich regelmäßig in torgefährlichen Räumen, was seine hohe Trefferquote erklärt.

Darüber hinaus zeigt die Heatmap auch, dass Evander flexibel ist. Obwohl er hauptsächlich zentral agiert, zieht er immer wieder leicht nach links oder rechts heraus, um Räume zu schaffen und seine Mitspieler besser einzubinden. Diese taktische Beweglichkeit ermöglicht es ihm, das Spiel seines Teams dynamisch zu gestalten.

Besonders bemerkenswert ist, wie gut Evander Defensive und Offensive miteinander verbindet. Er lässt sich gelegentlich in tiefere Positionen fallen, um den Ball abzuholen und Spielzüge einzuleiten. Gleichzeitig sucht er regelmäßig den Weg nach vorne, um selbst Abschlüsse zu kreieren oder vorzubereiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Evander nimmt bei Cincinnati eine entscheidende Rolle ein. Er ist Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel und überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Spielintelligenz, Kreativität und Torgefahr.

Seine Spielbewertungen sind seit Jahren konstant hoch (über 7,5), diese Saison erreicht er durchschnittlich sogar 7,8, mit einer Spitzenbewertung von 9,8 gegen Atlanta. Evander ist bislang eindeutig der Transfer der Saison.

4. Brian White (Vancouver Whitecaps)

Aktuell stellen die Vancouver Whitecaps eines der formstärksten Teams der MLS. Sie führen die Western Conference an und stehen im Finale des CONCACAF Champions Cup – zuletzt gelang ihnen ein Sieg in Miami.

Brian White ist einer der Hauptgründe für diesen Erfolg. In der vergangenen MLS-Saison erzielte er in 34 Spielen 16 Tore und bereitete zwei weitere vor. Zwar traf er in den Pokalwettbewerben wie dem Leagues Cup oder dem Champions Cup nicht, steuerte aber zumindest einen Assist auf internationaler Bühne bei.

In der laufenden Saison präsentiert sich White in bestechender Form. In der MLS erzielte er bislang sechs Tore, im Champions Cup sogar fünf weitere. Während er in der Liga im Schnitt alle 119 Minuten trifft, benötigt er im internationalen Wettbewerb lediglich 102 Minuten pro Tor.

White zeigt sich dabei als vielseitiger Angreifer. In der MLS übernimmt er primär die Rolle eines klassischen Strafraumstürmers mit starker Präsenz im Zentrum und rund um den Elfmeterpunkt. Im Champions Cup hingegen agiert er deutlich variabler – er lässt sich ins Mittelfeld zurückfallen, weicht in die Halbräume aus und fungiert phasenweise als mitspielender Stürmer. Diese taktische Flexibilität macht ihn zu einem entscheidenden Baustein im Offensivspiel der Kanadier.

Auch wenn andere Whitecaps- Spieler ebenfalls in der MVP-Diskussion auftauchen könnten, hat Brian White dank seiner nationalen wie internationalen Effektivität aktuell die besten Karten.

5. Cristian Roldan (Seattle Sounders)

Cristian Roldan ist ein Spieler, den man fast überall einsetzen kann – und genau das macht ihn so wertvoll. Ob auf der Außenbahn, im zentralen Mittelfeld oder in einer defensiveren Rolle: Roldan liefert zuverlässig ab. Nach nur 11 Spielen hat er bereits so viele direkte Torbeteiligungen gesammelt (ein Tor und fünf Vorlagen) wie in der gesamten Vorsaison – und das bei nur einem Drittel der Spiele.

Roldans Qualitäten liegen jedoch nicht ausschließlich in Zahlen. Sein Einfluss auf das Spiel der Sounders geht weit darüber hinaus. Wenn er fehlt, merkt man es sofort – sein Beitrag lässt sich oft eher fühlen als zählen.

Ein Blick auf seine Heatmap zeigt seine enorme Aktivität über nahezu das gesamte Spielfeld hinweg. Roldan agiert als klassischer Box-to-Box-Spieler: präsent in der Defensive, aktiv auf beiden Flügeln und ein ständiger Verbindungsspieler in der Offensive. Er wechselt dynamisch zwischen den Seiten, eröffnet seinen Mitspielern neue Passoptionen und sorgt durch geschickte Läufe für Raumgewinn. Besonders auf der rechten Seite führt er viele Zweikämpfe und Ballgewinne.

In der Offensive bringt Roldan den Ball aus der Tiefe nach vorne oder öffnet Räume mit Laufwegen abseits des Balles. Seine fünf Vorlagen belegen seine Fähigkeit, Chancen zu kreieren – auch wenn er selbst seltener zum Abschluss kommt.

Fazit:

Meine Top 5 aktuell sind Baribo, Lozano, Evander, White und Roldan, es gibt in der Torjägerliste natürlich weitere Spieler, die besser sind oder mehr Vorlagen haben usw. bei der Wahl des MVPs kommt es aber nicht nur auf diese Faktoren an, viel wichtiger ist die Wichtigkeit für das Team, wie der Spieler in wichtigen Spielen performt und sich generell auf dem Platz verhält. Da erst 11 Spiele absolviert sind, kann sich alles natürlich noch ändern.

Ich gehe stark davon aus, dass wir dennoch 2 der von mir genannten Spieler, in der Top 5 sehen werden. Wer das sein wird? Nun lasst euch überraschen. Falls ihr wollt, wiederholen wir das ganze nach 22 Spielen und blicken dann auf 5 Kandidaten.

Wie immer bedanke ich mich für das Lesen des Artikels. Wie auch in der Vergangenheit, habe ich zur Verbessrung des Artikels und aus Qualitätsgründen eine künstliche Intelligenz zur Unterstützung genommen. Alle Statistiken, Noten, Heatmap usw. stammen von Sofascore.com

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