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Grundlegendes

Die Entwicklung der Major League Soccer

Die Weltmeisterschaft 1994 in den Vereinigten Staaten wurde zu einem großen Erfolg.

Das Turnier stellte den allgemeinen und durchschnittlichen Zuschauerrekord aller Turniere auf.

Bestand haben diese Rekorde bis heute. So pilgerten 94194 Fußballanhänger und -interessierte in den Rose Bowl in Pasadana, um das Finale zwischen Brasilien und Italien zu verfolgen. Nach einem sensationellen Erfolg gegen Kolumbien in der Gruppenphase zogen die US-Amerikaner ins Achtelfinale ein. Eine Euphoriewelle breitete sich wegen des Fußballs im gesamten Land aus. Das spätere Achtelfinal-Aus der USA schien der Begeisterung keinen Abbruch zu tun. Selbst das eher uninteressante und sportlich irrelevante Spiel um Platz 3 zwischen Bulgarien und Schweden wurde von rund 92000 Zuschauer im Rose Bowl in Pasadena verfolgt.

Der Gründung der Major League Soccer wurde mit Argusaugen entgegengefiebert. Experten gingen von einer wahren Etablierung des Fußballs aus. Die Major League Soccer sollte im Jahr 1995 mit 12 Teams in seine erste Saison starten. 

Die Entwicklung des Logos zur MLS

Die Geschäftsführung kündigte im November 1994 jedoch an, dass der Start der Liga um ein Jahr verschoben werden solle und man nur mit zehn Teams beginnen würde: Columbus Crew, D.C. United, New England Revolution, NY/NJ MetroStars, Tampa Bay Mutiny, Colorado Rapids, Dallas Burn, Kansas City Wizards, Los Angeles Galaxy und San Jose Clash

Die großen TV-Stationen ESPN und ABC Sports bekamen Wind von den grandiosen Zuschauerzahlen der Heim-WM und sicherten sich unmittelbar die Fernsehrechte an der neuen Liga. Beide Parteien sollte eine dreijährige Vereinbarung verbinden, die der MLS einen finanziellen Anteil an der ausgestrahlten Werbung versprach. Die Liga generierte Begeisterung, indem sie einige Top-Stars der Weltmeisterschaft 1994 verpflichtete. 

So wechselten die US-Nationalspieler Alexi Lalas, Tony Meola & Eric Wynalda; der mexikanische Nationalspieler Jorge Campos und der kolumbianische Superstar Carlos Valderrama innerhalb des Sommers 1995 in die US-amerikanische Profiliga.

In den frühen Jahren der Liga gewann das von Bruce Arena geführte D.C. United die Meisterschaft dreimal innerhalb von vier Jahren. Das erste Team, das die Dominanz der Hauptstädter unterbrach, war Chicago Fire im Jahr 1998. Vier Jahre nach der Heim-WM litt die MLS unter schlechten Zuschauerzahlen. 

Die überschwängliche Euphorie war plötzlich verschwunden. 

Verantwortliche der Liga suchten nach Innovationen und fanden diese in einer zunehmenden „Amerikanisierung“ des Fußballs. Sollte ein Spiel beispielsweise unentschieden ausgehen, würde es ausnahmslos in das Elfmeterschießen gehen. Die obligatorische Punkteteilung wurde also kurzzeitig abgeschafft. Der Abpfiff sollte dazu nicht vom leitenden Schiedsrichter erfolgen, sondern von der Uhr, wenn sie von der 90:00 bis zur 0:00 Min final heruntergelaufen war. Das Konzept fand keinen Anklang in der amerikanischen Fußballgemeinde. Es wurde bereits 2003 wieder abgeschafft und durch das typische europäische System ersetzt. 

Das Ursprungslogo von D.C. United

Die Liga änderte den Kurs erneut und setzte lediglich auf US-amerikanische Spieler. Vielversprechende Talente wie Landon Donovan und DaMarcus Beasley oder Routiniers wie Brian McBride und Eddie Pope sollten der Liga einen internationalen Bekanntheitsgrad bescheren.

Aufgrund der schwindenden Zuschauer wankte die Liga auf finanzieller Ebene. Auf der Agenda stand daher ein Führungswechsel mit der Ankunft von Don Garber im Jahr 1999. Er setzte sich für den Stadionbau der Columbus Crew ein und sorgte für das erste fußballspezifische Stadion in den Staaten. Die Majorität der MLS-Teams schloss sich diesem Trend an. Der Stereotyp allgemeiner Fußballarenen feierte seinen Einzug, der bis heute andauert. 

Trotz allem befand sich die Liga im Jahr 2002 in der schlechtesten Konstitution aller Zeiten. Tampa Bay Mutiny und Miami Fusion mussten aus finanziellen Gründen weichen und ließen die MLS mit 10 statt 12 Teams zurück. Dazu verlor die Liga seit ihrer Gründung 350 Millionen US-Dollar. 

Nachdem das US-amerikanische Nationalteam vollkommen unerwartet den Weg bis ins Viertelfinale der WM 2002 bestritt, folgte eine Rehabilitation der Major League Soccer. Das Meisterschaftsfinale der Saison 2002 wurde im Gillette Stadium in Boston, Massachusetts von 61316 Zuschauern verfolgt. 

Ein Aufstieg aus dem Nirvana in die hohen Gefilde des Weltfußballs folgte in den Jahren vor der WM 2006 in Deutschland. Unzählige europäische Klubs waren plötzlich an amerikanischen Spielern interessiert und zahlten Rekordsummen. Manchester United zahlte u.a. 4 Millionen US-Dollar für den heutigen US-Nationaltorhüter Tim Howard, die höchste Ablösesumme der Fußballgeschichte Amerikas zu diesem Zeitpunkt.

Im Jahr 2006 betrug die Summe der aktiven Teams bereits 14, da die San Jose EarthquakesHouston Dynamo, Chivas USA und Real Salt Lake der Liga beitraten. Einen weiteren Höhepunkt stellte die Expansion in den kanadischen Raum dar, denn Toronto FC und Montreal Impact wurden nun länderübergreifend in die Liga aufgenommen. Clint Dempsey und Jozy Altidore folgten dem lukrativen Ruf aus England, ähnlich wie Tim Howard, und wechselten in die dortige Premier League. 

Die Vancouver Whitecaps, das dritte kanadische Team, die Seattle Sounders, die Philadelphia Union und die Portland Timbers erreichten das Ufer MLS bis zum Jahr 2013 und sorgten für 19 Teams in der Liga. Im Jahr 2016 starteten 20 Teams in die Saison. Nachdem Chivas USA 2015 den Rückzug aus finanziellen Gründen ankündigte, schlossen sich New York City FC und Orlando City der Liga an. Sie sorgten zugleich für Furore mit ihren jeweiligen Verpflichtungen von David Villa & Frank Lampard oder dem ehemaligen Weltfußballer Kaka. Nur ein Jahr später traten Atlanta United und Minnesota United der Liga bei, um die Anzahl der Teams auf 22 zu erhöhen. 19 der 22 Teams kommen aus den USA, lediglich 3 aus Kanada.  Zunächst spielen die Mannschaften die „Regular Season“ von März bis Oktober aus. Typisch amerikanisch wurden die Teams in einen West- und Ostteil des Landes eingeteilt: die „Western & Eastern Conference.“ 

Beide Regionen umfassen jeweils 11 Teams, von denen es 6 schließlich in die Playoffs von November bis Dezember schaffen, wobei die Tabellenersten zusätzlich einen Startplatz in der CONCACAF Champions League bekommen. Conferenceübergreifend wird dem punktestärksten Team der „Supporters‘ Shield“ überreicht, der unterhalb der Fanszene zur Wandertrophäe avanciert. Als inoffizieller Meister nach 34 Spieltagen gilt neben der Mannschaft also auch das Fanlager. 

Ein Abstieg ist dabei, anders als in Europa, nicht möglich. Seit 2015 spielen die Teams von Platz 3 bis 6 eine „Knockout Round“ aus, die in das Halbfinale der Conference führt, für das die Teams auf Platz 1 und 2 bereits vorzeitig qualifiziert sind. Nach dem Halbfinale und Finale der Conference spielen die jeweils Besten aus West und Ost im „MLS Cup“ den offiziellen Meistertitel aus.

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