Los Angeles oder Berlin – Hauptsache in der Öffentlichkeit

Was hat das LA Galaxy Farmteam Ventura County FC mit der Baller League zu tun? Daniel hat sich diese Frage gestellt und klärt sie auf.

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Ein Kommentar von @daneskozz

Den meisten Fans der LA Galaxy dürfte dieser Transfer nicht entgangen sein. Doch es geht hier nicht um Marco Reus oder Lucas Sanabria, sondern um einen Spieler, der vor allem für seine Präsenz in den sozialen Medien bekannt ist – Nader Jindaoui. Die Verkündung seines Wechsels erfolgte nicht durch den Verein, sondern durch ihn selbst in einem YouTube-Video. Darin sprach er vom „großen LA Galaxy“ – dem Team, das vergangene Saison den MLS Cup gewann und aktuell so viele Siege verbuchen konnte, wie Inter Miami Titel geholt hat. Der anschließende Trubel um seinen Umzug mit der Familie nach Amerika erinnert fast schon an eine Sitcom. Mehr dazu gibt es in unserem MLS-Podcast auf meinsportpodcast.de.

Doch am Ende stellte sich heraus, dass Jindaoui nicht für das MLS-Team, sondern für die MLS Next Pro vorgesehen ist. Im Fall der LA Galaxy bedeutet das einen Platz in der zweiten Mannschaft, besser bekannt als Ventura County FC.

Vergangenes Wochenende fand das erste Spiel der Saison statt. Vor heimischer Kulisse gewann Ventura County FC mit 3:2 gegen Tacoma Defiance, die zweite Mannschaft der Seattle Sounders. Jindaoui kam für 15 Minuten zum Einsatz.

An sich könnten wir es dabei belassen und uns auf die kommenden Spiele konzentrieren – wäre da nicht die Indoor-Liga namens „Baller League“.

Ich muss zugeben, die erste Saison habe ich mit Freude verfolgt. Mit Max Wilschrey war ein ehemaliger Gast unseres MLS-Podcasts dabei, und ich habe Sympathien für die Jungs von Calcio Berlin. Doch das war es auch schon. In der zweiten Saison kam mit dem FC Nitro ein neues Team hinzu – im Besitz von Nader Jindaoui.

Dass Fußballer auch Teambesitzer sind, ist nicht ungewöhnlich. Namen wie Christoph Kramer, Jule Brand oder Lukas Podolski stehen ebenfalls hinter Teams. Doch bei Jindaoui fällt auf, dass es ihm vor allem um die Kamera-Präsenz geht. Wo eine Kamera ist, da ist auch Jindaoui. Und genau das wird nun zum Problem.

Gestern fand der zweite Spieltag der dritten Baller-League-Saison statt. Obwohl Ventura County FC gerade erst in die Saison gestartet ist, reiste Jindaoui von Los Angeles nach Berlin, um dort den Tag mit dem FC Nitro zu verbringen – nur um wenig später wieder zurückzufliegen.

Das bedeutet eine Strecke von rund 20.000 Kilometern innerhalb von zwei Tagen. Ich gehe stark davon aus, dass dies nicht die letzte dieser Reisen sein wird. Am Wochenende steht das Derby gegen LAFC2 an – ein Spiel, auf das jeder heiß ist, um den Rivalen zu besiegen. Doch Jindaoui? Ihm scheint das nebensächlich. Natürlich trainiert Ventura County nicht täglich, aber es gibt keinen Direktflug zwischen Berlin und Los Angeles, was die Reisedauer zusätzlich in die Länge zieht. Die Frage ist, wie lange der Verein das mitmacht. Zudem trifft Ventura County im US Open Cup am 19. März (mitteleuropäische Zeit) auf Laguna United. Bleibt abzuwarten, ob Jindaoui erneut die Reise antritt oder nicht.

Fazit:

Nader Jindaoui ist in erster Linie Influencer. Er verdient mit Placements, Videos und Social Media deutlich mehr als mit Fußball. Es bleibt abzuwarten, wie lange das Kapitel Amerika für ihn andauert. Sein Vertrag läuft bis Ende des Jahres, aber eine Verlängerung? Die halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Sportlich wünsche ich ihm nur das Beste. Nach zwei Jahren bei Hertha hat er noch einmal die Chance, sich in Amerika zu beweisen. Dort haben bereits einige deutsche Spieler durch starke Leistungen einen längeren Verbleib gesichert. Julian Gressel (Rookie of the Year 2017), Kai Wagner und Fabian Herbers sind nur einige der Namen, an denen sich Jindaoui und künftige Spieler orientieren können. Auch wenn es nur die zweite Mannschaft ist – mit dem nötigen Biss und Leidenschaft kann sich Jindaoui in die Startelf spielen und vielleicht sogar einen Kaderplatz bei LA Galaxy ergattern.

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