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Playoffplätze suchen ihre Teams

Bis zum 22. Oktober spielen die Mannschaften noch um ihre Chancen auf die Playoffs.

Aus jeder Conference werden aber nur jeweils 6 Teams um die Meisterschaft kämpfen können und deshalb ist in der MLS besonders die Zeit ab September besonders interessant.

Theoretisch haben zu dieser Zeit noch alle Teams die Chance, aber für einige ist diese Zeit leichter und andere müssen alles geben, um auch im November noch spielen zu dürfen.

Doch wie sehen die Chancen für alle Teams in dieser Saison aus?

Schon einmal vorab: Ein Playoffplatz in der Eastern Conference ist bereits vergeben. Wer das ist werdet ihr gleich erfahren.

In der Western Conference gab es in dieser Saison so einige Überraschungen.

Eine dieser Überraschungen sind die Colorado Rapids, deren Chancen auf die Playoffs derzeit bei unter 1% liegen. Nachdem das Team in der letzten Saison lange mit Dallas um Platz 1 der Western Conference kämpfte und letztendlich die reguläre Saison in der Conference als zweiter abschloss, dürften nicht nur Fans die Hoffnung gehabt haben, dass auch 2017 der Kurs beibehalten werden kann. Doch bereits kurz nach Beginn der Saison fand man die Rapids vor allem in der unteren Tabellenhälfte, aus der sie sich kaum verabschiedeten. Natürlich haben sie noch eine rechnerische Chance auf die Playoffs, aber der Verlauf der Saison lässt wenige Hoffnungen zu und ein Blick auf den Spielplan zeigt, dass sie noch u.a. auf den New York City FC, FC Dallas und Seattle treffen werden.

Die aber mit Abstand größte (negative) Überraschung der Saison ist sicherlich LA Galaxy mit einer – aus Sicht eines Rekordmeisters – katastrophalen Saison. Ihre Chancen auf die Playoffs liegen bei unter 1% und im Spielplan stehen noch Gegner wie Toronto, Sporting Kansas City und Dallas. Aber Fans der Galaxy sollten hoffnungsvoll in die nächste Saison gehen, denn völlig verloren war die Saison nicht. Endlich hat LA Galaxy etwas gemacht, was andere Teams schon vor Jahren vollzogen hatten: Man verzichtete auf die Neuverpflichtung eines (europäischen) Altstarts, sondern setzte einen Augenmerk auf die jungen Spieler der eigenen Akademie. Genau das sollte auch der Weg für die nächsten Jahre sein, anstatt wegen einer (wahrscheinlich) erfolglosen Saison in panischen Gedanken doch wieder Altstars zu verpflichten. Wenn die Abstimmung im Team dann 2018 endlich passt und alle ihre Rolle gefunden haben, kann man durchaus hoffnungsvoll in künftige Spielzeiten starten.

Minnesota United, einer von zwei Liganeulingen, liegt derzeit auch bei unter 1% Chance auf die Playoffs, aber damit hat auch niemand kalkuliert. Anders als Atlanta hatte man auf große Verpflichtungen verzichtet und sich ein deutlich weniger spektukaläres Teams aufgebaut. Nachdem die ersten Spiele ohne Frage spielerisch wirklich schlecht waren, fand sich das Team im Laufe der Saison immer besser und zeigte durchaus, dass in diesem Team potential steckt. Selbst wenn es nicht für die Playoffs reichen sollte, kann man Erfahrungen aus der Saison mitnehmen und mit erhobenen Kopf in die nächste Saison starten. Wer am 1.Spieltag 5-1 gegen die Portland Timbers verliert und sie 3 1/2 Monate später mit 3-2 nach Hause schickt, beweist lernfähigkeit und vor allem Kampfgeist.

Ein anderes Team, das auch einen schlechten Start in die Saison hatte, schon früh den Trainer tauschte und vermutlich bei den meisten schon von der Liste der Playoffkandidaten gestrichen wurde, legte ab Juli doch noch einmal nach und sammelte viele Tore und wichtige Punkte. Die Rede ist von Real Salt Lake, deren Chancen auf die Playoffs immerhin derzeit bei 18% liegen, auch wenn man erwähnen muss, dass sie bereits 29 Spiele hatten und nur noch 5 Spiele auf dem Spielplan stehen.

Für die San Jose Earthquakes war die Saison bisher ziemlich durchwachsen. Es wurde verloren, es wurde gewonnen und 6 Spiele endeten Unentschieden. Für ihre Playoffchancen ist das erst einmal okay, denn immerhin haben sie statistisch noch eine Chance von 32% und es warten noch Gegner, die zuletzte auch nicht immer mit kontinuierlicher Form glänzten. Ein Einzug in die Playoffs ist also durchaus möglich, aber sie müssen dringend in ihrer Defensive Stabilität bringen. In den 5 Spielen zwischen dem 13. August und 09. September fingen sich die Earthquakes 13 Gegentore, schossen aber lediglich 5 Tore. Dass das Team gut spielen kann bewiesen sie zuletzt im US Open Cup, in dem sie im Elfmeterschießen nur knapp am Einzug ins Finale vorbei geschrammt sind. Auch für die Playoffs sollte man sie also noch nicht abschreiben.

Der Supporters Shield Gewinner von 2016 sucht seit Juli seine Form. Der letzte Sieg für den FC Dallas war am 23.Juli gegen Montreal, danach folgten 5 Niederlagen und drei Unentschieden. In der verbleibenden Saison haben sie nur noch 3 Heimspiele und müssen vier mal auswärts antreten. Aber aktuell sind sie auf einem Platz für die Playoffs (Rang 6 in der Western Conference) und ihre Gegener werden die Rapids, Montreal, Orlando und LA sein, also durchaus Mannschaften, die man sowohl zu Hause, wie auch Auswärts besiegen kann. Sehr interessant werden aber sicherlich die beiden Aufeinandertreffen mit Seattle. Statistisch gesehen liegt die Chance auf einen Playoffplatz bei 73%, weshalb man durchaus hoffnungsvoll in die kommenden Spiele gehen kann.

In der letzten Saison schlossen sie als Tabellenletzte ab, in dieser Saision ist man aktuell auf Platz 5 und wäre damit in den Playoffs. Für Houston Dynamo lief es in diesem Jahr bisher also deutlich besser und auch Erick Torres scheint seinen Torinstinkt (derzeit 14 Treffer) wieder gefunden zu haben. Das Team hat sich im Vergleich zum letzten Jahr also deutlich gesteigert und man darf gespannt sein, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren aussieht. Zu 83% wären sie derzeit nach der Statistik in den Playoffs, was durchaus verdient wäre. Aber noch ist nichts sicher, denn zwischen ihnen und Platz 8 liegen gerade einmal 3 Punkte.

Nachdem im Juli der Abgang von Dom Dwyer Richtung Orlando gemeldet wurde, fragten sich einige, wie sehr sich das auf die Tore von Sporting Kansas City auswirken würde. Das Team antwortete standesgemäß und schickte Chicago Fire wenige Tage später mit einer Niederlage nach Hause. Mit lediglich 6 Niederlagen hat SKC in der Western Conference derzeit die wenigsten Niederlagen auf dem Konto und völlig berechtigt rechnet die Statistik ihnen eine 97% Chance auf einen Platz in den Playoffs aus. Mit 41 Punkten haben sie außerdem ein ganz kleines Ploster zu der großen Verfolgergruppe aus Platz 8-5, die alle zwischen 35 und 38 Punkten liegen.

Auch wenn es in den letzten Tagen keine guten Nachrichten von Jordan Morris gab, der vermutlich mehrere Wochen ausfallen wird, haben die Seattle Sounders nach einem anfänglich schwächelnden Saisonstart ihren Rhythmus gefunden. Ihre letzte Niederlage war am 17. Juni und in der Western Conference liegt man derzeit auf einem guten dritten Platz, direkt hinter Portland, die einen Punkt, aber auch ein Spiel mehr haben. Die Statistik geht ebenfalls zu 98% von einem Einzug in die Playoffs aus.

Einer der wichtigsten Männer für die Portland Timbers ist sicherlich Diego Valerie, der die Offensive mit 17 Toren und 7 Vorlagen deutlich bereichert hat. Ansonsten können Fans der Timbers durchaus zufrieden mit ihrem Team sein. Nicht immer lief es gut, aber insgesamt zeigte sich das Team beständiger als 2016. Zu 99% hat man einen Platz in den Playoffs sicher und wenn sich niemand verletzt, dürften auch die kommenden Spiele machbar sein. Dennoch müssen die Timbers aufpassen, denn sie haben bereits 2 Spiele mehr als die meisten anderen Teams und das Verfolgerfeld ist nicht weit entfernt.

Die Vancouver Whitecaps haben aktuell bei 27 Spielen 44 Punkte und liegen damit auf Platz 1 in der Western Conference. Nachdem man in der letzten Saision am Ende lediglich 39 Punkte hatte und sich nicht für die Playoffs qualifizieren konnte, zeigte sich das Team in dieser Saison schon deutlich beständiger. Aktuell hatten sie zu über 99% einen Playoffplatz. Trotzdessen dürfen auch sie sich noch nicht sicher in den Playoffs sehen, denn sie erwarten noch harte Auswärtsspiele gegen Heimstarke Teams, wie Seattle, Sporting Kansas City, die Portlan Timbers und die New York Red Bulls.

Weil die Teams in der Western Conference in dieser Saison derzeit in der Tabelle noch so nahe beieinander sind, dürfte dort der spannendere Kampf und die 6 Playoffplätze stattfinden. Aktuell ist in dieser Conference noch kein Team sicher in den Playoffs und nur 3 verpatzte Spiele können auch sicher geglaubte Teams wieder aus den Rängen der oberen Tabellenhälfte verdrängen.

In der Eastern Conference liegen die Teams etwas weiter auseinander, doch auch dort ist noch (fast) nichts entschieden.

Fans von DC United werden sich dieses Jahr möglicherweise in die Saison 2013 zurückversetzt gefühlt haben. Damals schloss man als Tabellenletzter mit 16 Punkten nach 24 Niederlagen, 7 Unentschieden und ledliglich 3 Siegen ab. Ganz so schlimm spielte das Team in dieser Saison nicht, denn immerhin liegt man derzeit bei 28 Punkten, auch wenn die Chance auf einen Playoffplatz bei unter 1% liegt. Aber auch wenn das Team im August zeigte, dass man nicht alle Hoffnungen aufgeben sollte, wird es nicht nur rechnerisch schwer, denn ledliglich 2 Spiele werden sie als Gastgeber austragen können, müssen dagegen aber zu 4 Spielen auswärts gegen Heimstarke Teams ran.

Ein Team, dass lediglich im Mai eine Hochphase hatte, danach aber wieder mehrheitlich verlor oder unentschieden spielte, steht nicht wenig überraschend auf dem vorletzten Platz der Eastern Conference. Ähnlich wie bei DC hat auch Philadelphia Union noch eine theoretische Chance auf die Playoffs, jedoch liegt diese bei unter 1%. Eigentlich hatte man sich zu Beginn der Saison gut verstärkt, nachdem sie in der letzten Saison schon keinen Platz für die Playoffs erreichen konnten, doch auch das war (bisher) nicht die Lösung. Der Spielplan für die nächsten Wochen sagt auch vor allem eines: Es wird hart. Sehr hart.

Orlando City hofft weiterhin, sich das erste Mal für die Playoffs qualifizieren zu können und es ist auch noch möglich. Um genau zu sein haben sie eine statistische Chance von 2% nach der derzeitigen Lage. Aber dafür müsste schon einiges in dem Team passieren, das durchaus gute Spieler hat und sich mit Nationalspieler Dom Dwyer im Juli gehörig verstärkte. Doch aktuell trennen sie 6 Punkte vom letzten Playoffsplatz, obwohl sie sogar ein Spiel mehr haben.

Als einziges Team der Liga kann New England Revolution noch immer keinen Auswärtssieg vorweisen. Ihre 0-7 Niederlage in Atlanta war deshalb, wenn auch nicht in der Höhe, den meisten auch keine Überraschung. Positiv festzustellen ist, dass sie dafür in dieser Saison sehr Heimstark sind – 10 Siege, 2 Unentschieden und lediglich 2 Niederlagen. Daraus können Fans durchaus noch Hoffnungen schöpfen und auch statistisch gibt es zumindest einen kleinen Funken hoffnung: 6%. Mit drei Heimspielen und drei Auswärtsspielen wäre sowohl ein erster Auswärtssieg möglich und auch ein Platz in den Playoffs. Egal wie die Saision endet, Lee Nguyen wird definitiv der wichtigste Mann der Revs in dieser Saision werden.

Wer sich mit Montreal Impact in dieser Saison beschäftigt hat, traf schnell auf den Namen Ignacio Piatti, der derzeit 15 Treffer für Montreal auf seinem Konto hat. Bester Vorlagengeber ist übrigens derzeit der Schweizer Blerim Dzemaili. Von dem Mittelfeld-Duo abgesehen verlief die Saison für Montreal relativ durchwachsen. Es gab Strecken mit mehreren Siegen, aber auch Niederlagen und Unentschieden. Derzeit liegt das Team auf Platz 7 der Eastern Conference, hat aber 5 Punkte Abstand zum 6. Platz. Sieben Spiele liegen noch vor den Kanadiern, darunter aber auch 4 Auswärtsspiele, von denen sie zwei Mal nach Toronto müssen. Es wird nicht leicht werden, aber möglich ist alles. Die Statistik spricht von einer 13% Chance.

Nach 27 Spielen haben die New York Red Bulls 41 Punkte auf dem Konto, aber nur 4 Punkte Abstand zu Chicago Fire auf Platz 3, die jedoch ein Spiel mehr haben. Columbus Crew auf Platz 4 hat sogar 2 Spiele mehr auf dem Buckel. Das zeigt wie Eng es zwischen den Plätzen auf den Playoffrängen der Eastern Conference ist. Rechnerisch haben die NYRB eine Chance von 94% auf einen Platz der Playoffs. Mit Bradley Wright-Philipps hat das Team einen Spieler, der immer wieder für Tore sorgen kann und der Österreicher Daniel Royer, der zuletzt verletzungsbedingt ausgefallen war, ist in dieser Saison zu einem der wichtigsten Spieler der Mannschaft geworden.

Der zweite Liganeuling überzeugte die Saison über immer wieder. Atlanta United hat aktuell gerade mal 26 Spiele gespielt und 42 Punkte. Ohne Frage ist das ein richtig starkes Team, mit dem man durchaus in den Playoffs rechnen kann. Allein der Sturm mit Josef Martínez und Hector Villaba überzeugte immer wieder und auch Miguel Almiron bringt ihnen weitere Torgefährlichkeit. Noch liegen 7 Spiele vor dem Team, 5 davon zu Hause, weshalb die Mannschaft hoffnungsvoll in Richtung Playoffs schauen kann. Auch die Statistik spricht klar für eine Playoffteilnahme in ihrem ersten Jahr in der MLS, denn sie geht von einer Chance von über 99% aus.

Columbus Crew liegt derzeit auf Platz 4 der Eastern Conference und wäre damit in den Playoffs. Ob sie am Ende der Saison wirklich auf dem 4. Platzes bleiben ist fraglich, denn das Team hat bereits 29 Spiele absolviert und damit nur noch 5 Spiele in der Saison, während ihnen Atlanta und die New York Red Bulls im Nacken sitzen. Dennoch hat das Team eine solide Saison gespielt und steht verdient auf einen Playoffplatz, auch Dank Ola Kamara, der derzeit 15 Treffer auf dem Konto verbuchen kann. Zu 86% erreicht die Crew die Playoffs, laut der errechneten Chance. Wenn sie weiterhin so solide spielen, sollte das aber kein Problem werden.

Wenn es ein Team gibt, über das in dieser Saison kontinuierlich in deutschen Medien berichtet wurde, war es in dieser Saison Chicago Fire. Abgesehen von der Verpflichtung von Bastian Schweinsteiger hatte sich das Team vor Beginn der Saison sehr clever verstärkt, was mit Platz 3 in der Eastern Conference deutlich wird. Auch die statistische Chance geht davon aus, dass Chicago zu 99% Teilnehmer der Playoffs sein wird. Zuletzt lief es für das Team zwar nicht immer so gut, aber so oder so kann man derzeit zufrieden mit der Saison sein, besonders wenn man bedenkt, dass das Team im letzten Jahr die letzten der Eastern Conference waren. Aber auch ihnen hängen die Plätze 4 bis 6 im Nacken, weshalb sie einen Weg aus ihrer kleinen Krise finden sollten.

Mit über 99% Wahrscheinlichkeit zieht der New York City FC in die Playoffs ein. Das ist auch völlig verdient, denn das, was man sah war meistens ein starkes Spiel. Nicht zuletzt geht natürlich vieles über David Villa, den man durchaus als Dreh und Angelpunkt der Mannschaft sehen kann. Aber auch junge Spieler, wie Jack Harrison machen das Team stark. Nach 28 Spielen haben sie 50 Punkte und dürften damit doch relativ ungefährdet Richtung Playoffs schauen.

Zuletzt wollen wir uns richtig weit aus dem Fenster lehnen: Toronto FC werden wir in den Playoffs sehen. Okay, das ist jetzt kein Hexenwerk, denn Toronto zog mit dem 4-0 Siegn gegen die Earthquakes bereits am letzten Spieltag in die Playoffs ein. Nach 17 Siegen, 8 Unentschieden und lediglich 3 Niederlagen sind sie völlig verdient auf Platz 1 der Gesamttabelle. Sebastian Giovinco beweist wieder einmal sein Torgefühl und hat derzeit 15 Tore, aber auch Jozy Altidore half dem Team in dieser Saison mit 13 Toren weiter. Spannend bleibt die Frage, ob sie ihre Form halten können und das Supporters Shield gewinnen und vor allem, ob sie auch in den Playoffs so überzeugen können wie in der bisherigen Saison.

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